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Leben mit Kindern – Sonja

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Sonja ist Mama eines Sohnes, bald kommt ihr zweites Kind auf die Welt. Auf ihrem tollen Blog Babyccino Berlin schreibt sie zum Thema Nachhaltigkeit in und mit Familien, veröffentlicht tolle DIY’s und Ideen zu vegetarischen Speiseplänen. Wir haben sie zu ihrem Leben mit ihrer Familie und Tipps und Tricks zum nachhaltigen Familienalltag befragt…

Liebe Sonja, erzähl uns doch mal kurz wer du bist und was du so machst.
Ich bin Sonja, 34, Mama von Vincent und Baby Nummer 2 aktuell noch im Bauch. Ich schreibe auf babyccinoberlin.com über gute, nachhaltige und sinnvolle Lieblings-Produkte rund um’ s Thema Familie. Das fängt bei kleinen Upcycling-DIY’s an, geht über vegetarische Familienspeisepläne, zu grünen Onlineshops & tollen kleinen Labels. Lesetipps und Green-Mom-Faves findet man bei mir genauso wie Gedanken zur Erstausstattung.

Wir lieben genau diese Themen zum nachhaltigen Leben mit Kindern über die du schreibst! Seit wann und warum gibt es Babyccino Berlin und wie kamst du zum Bloggen?
Zum Bloggen kam ich eher zufällig. Das war so nicht geplant ;) Nach meiner Elternzeit konnte ich leider nicht mehr in meinen alten Job zurück… Der Blog entstand also in erster Linie als Sammlung und Portfolio für meine Bewerbungen, die zu dem Zeitpunkt Richtung Interior, Redaktion und Grafikdesign gingen. Das Leben mit meinem Sohn hat mich weiter in Richtung Nachhaltigkeit getrieben, ihn zu beobachten, womit er spielt, was es für gute Kinderprodukte und Kinderbücher gibt, darüber habe ich angefangen zu schreiben. Ein typischer „Mutti-Blog“ sollte Babyccino Berlin nie werden, zum einen, weil ich nie vorhatte zu persönlich zu werde, zum anderen gibt es einfach schon zu viele schöne „Mama-Blogs“ im Netz. Mir ging es in erster Linie um die Vorstellung und Verbreitung guter, sinnvoller und nachhaltig produzierter Kinderprodukte.

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Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich persönlich und wie setzt du das in deinem Familienleben um?
Diese Frage stelle ich auch gerne meinen Interviewpartnern ;) Ich lerne jeden Tag dazu. Ganz klein angefangen, zwar war ich schon immer Vegetarier und habe mich auch hin und wieder gerne vegan ernährt, aber einen Schritt weiter Richtung Konsum von Kleidern und Möbeln beispielsweise, war ich bis dato noch nie gegangen. Das habe ich tatsächlich erst so richtig mit der Geburt meines Sohnes „gelernt“. Anfangs aus Sparmaßnahmen, hinterher aus Überzeugung: Kreativität im Alltag war gefragt, Second-hand, Vintage und Flohmarkt, statt Möbelkaufhaus, Modekette und Fast-Fashion. Nachhaltigkeit fängt bei mir immer mit einem Gedankenspiel an. Brauche ich das Produkt wirklich? Gibt es keine grünere Alternative? Kann ich den Kauf vor meinem Sohn rechtfertigen? Mittlerweile fällt es mir sehr leicht, gerade wenn es um den Kauf von Kleidung geht, um die „bösen“ Ketten einen großen Bogen zu machen. Es ist befreiend zu wissen, dass man nicht in jeden Laden rennen und hetzen muss, nach dem besten Angebot schauen, den Sale mitnehmen. Sowas interessiert mich alles nicht mehr. Wenn ich etwas wirklich brauche, ist der erste Weg ins Netz. Nach nachhaltigen Alternativen schauen. Das ist natürlich nicht immer leicht und auch oftmals zeitintensiv, aber es lohnt sich. Und der Markt bietet immer mehr Möglichkeiten. Sehr gerne würde ich unseren Familienalltag noch nachhaltiger gestalten, zum Beispiel auf Plastikverpackungen von Supermarktprodukten verzichten und lieber als Selbstversorger auf dem Land wohnen ;) – leider ist das oft eine finanzielle und zeitliche Frage. Manchmal muss es eben schnell gehen, und wir kaufen doch eben im Supermarkt noch was ein, statt in den nächsten Bioladen zu fahren. Ausnahmen gibt es immer, aber der Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Alltag ist verdammt spannend und kann sehr viel Spaß machen!

Was möchtest du in Bezug auf nachhaltigen Lebensstil in Zukunft gerne persönlich noch umsetzen?
Ein Beet pflanzen und schauen, was man alles selber ernten kann. Noch ein paar Dinge von unserem Speiseplan streichen, Schwangerschaftsbedingt bin ich da gerade aber eher laisser faire … Meinen Sohn noch mehr mit der Natur vertraut machen – und unseren Familienalltag generell noch „grüner“ gestalten. Was das sein wird, wird die Zukunft zeigen!

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Was sind deine Empfehlungen für ein nachhaltiges Leben mit Kindern?
Zeit nehmen. Vorbild sein. Jede Anschaffung genau überdenken. Geld an den richtigen Stellen investieren. Nicht auf Schnäppchen reinfallen, sondern sich wirklich Gedanken machen. Tipps und Erfahrungen mit Gleichgesinnten austauschen. Den Mut haben, auf Dinge zu verzichten, auch wenn man in bestimmten Momenten Gefahr läuft, dem ein oder anderen Schenkenden vor den Kopf zu stoßen. Die Kinder am Alltag teilhaben lassen – wo kommt das Brot her, wo die Eier, warum gibt es nur einmal in der Woche Fisch, wieso kaufen wir jetzt kein Überraschungsei. Kinder wollen meist genau das, was alle anderen Kinder auch haben – aber wie bringe ich meinem Kind bei, dass die lustige Bärchen-Wurst nichts mehr mit einem natürlichen und gesunden Fleischkonsum zu tun hat? Unser Sohn fängt langsam an Fragen zu stellen, kennt coole und uncoole Klamotten, will Schokolade und Lutscher, und natürlich auch ein Spiderman-Käppi. Das stellt uns jeden Tag vor Herausforderungen, denen man aber in den meisten Fällen geschickt aus dem Weg gehen kann. Noch. Ich glaube fest daran, wenn man als Eltern seinen Kindern einen guten und natürlichen Weg zeigt, sich über die Herkunft der Dinge bewusst zu werden, und diese auch als achtens- und liebenswert zu betrachten, einen gesunden Respekt vor unserer Natur, dann wird das Kind diese Wertschätzung ebenfalls verinnerlichen …

Du hast einen kleinen Sohn und bekommst bald dein zweites Kind. Wie bereitest du deinen Sohn und dich auf das Geschwisterchen vor?
Nicht besonders zum ehrlich zu sein :) Als wir es ihm erzählt haben, war es natürlich ein ganz besonderer Moment für uns alle, er hat ja schon länger darauf gewartet, endlich großer Bruder zu werden. Es gab zwei Kuscheltiere, eine kleine und eine große Schildkröte – die große war für ihn, und die kleine soll er dann seinem kleinen Bruder mitbringen, wenn er ihn das erste Mal sieht. Solange passt er auf die kleine Bruder-Schildkröte auf! Ansonsten fragt er jeden Tag nach seinem Brüderchen und freut sich schon sehr! Für meinen Teil hoffe ich, dass das Kind nicht so wie Vincent damals unerwartet zu früh kommt, sondern ich mir dieses Mal viel Zeit im Mutterschutz nehmen kann. Nur für uns beide. Das geht im Alltag ja leider oft unter, und ist mir dieses Mal besonders wichtig.

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Was waren deine bisher schönsten Mama-Momente?
Um ehrlich zu sein habe ich die im Moment fast jeden Tag – denn seit einiger Zeit kommt Vincent nachts wieder rüber in unser Bett, und weckt mich dann morgens mit einem Kuss, diversen Streicheleinheiten, und wenn ich dann endlich die Augen aufmache fragt er mich, ob ich gut geschlafen habe. Das bereitet mir schon mal die erste Gänsehaut am Tag! Aber natürlich war es auch der Moment, als ich ihn das erste Mal auf dem Arm hatte, an meine Brust gelegt habe und es zumindest den Anschein hatte, als wäre er angekommen. Alle ersten Male eigentlich – sein erstes „Mama“, dann die ersten Sätze „Ich hab dich lieb“, „Ich schütze dich“ …

Und was ist das Anstrengendste am Mamasein?
Der tägliche Kampf jeder perfektionistischen Frau & Mutter – alles bestens geregelt unter einen Hut bekommen zu wollen. Und zu merken, dass man sich leider manchmal nicht die Zeit nehmen kann, die bestimmte Situationen eigentlich erfordern. Seine eigene Mutter zu sein – wie seine eigene Mutter zu sein … Überreagieren und dem Kind unrecht tun, wenn man seine eigenen Gefühle nicht unter Kontrolle hat. Keine Pausen einlegen zu können, wenn man merkt, dass man jetzt aber ganz dringend mal eine bräuchte. Muttersein ist eben nicht nur ein „Job“ mit Pausen und Ferien, sondern Muttersein bedeutet rund um die Uhr für sein Kind da zu sein.

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Ganz vielen lieben Dank für dieses schöne Interview, die Einblicke in dein Leben mit deinen Kindern und deine ganzen tollen Tipps! Wir wünschen dir eine wunderbare Zeit mit deiner wachsenden Familie liebe Sonja! Weitere Ideen zum Thema Nachhaltigkeit im Familienalltag findet ihr auf Babyccino Berlin.

Fotos von Saskia Stammwitz und Kerstin Müller.

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