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Hinter den Kulissen – Quatschköpfe

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Die kreative, ehrliche und energiegeladene bald zweifach Mama Thereza ist die Gründerin des kleinen Labels Quatschköpfe. Hier findet man liebevoll gefertigte Mode für Babys und Kinder. Authentizität und Nachhaltigkeit sind ihr bei Design und Herstellung der Produkte besonders wichtig. Wir haben genauer hingeschaut und Thereza ein paar Fragen gestellt… 

Liebe Thereza, erzähl uns doch kurz wer du bist, woher du kommst und was du machst.
Ja gerne. Ich bin eine von diesen Kreativen. Habe Design studiert und liebe es in diesem Beruf zu arbeiten. Vor allem aber bin ich von ganzem Herzen Mama. Meine kleine Familie und ich wohnen in Köln. Das ist unsere Wahlheimat. Wir lieben es einfach hier. Es ist inspirierend und trubelig aber bei Bedarf ganz ruhig und grün. Momentan bin ich mit unserem 2. kleinen Wunder schwanger. Ich bin ein absoluter Bauchmensch. Liebevoll, echt, unkompliziert und mache das was mir gefällt. Und davon eine ganze Menge.

Du bist Designerin. Warum hast Du Dich für diesen Beruf entschieden?
Ja stimmt, ich bin Diplom Designerin, hab meinen Abschluss in Grafik gemacht. Das kreative denken, entwerfen und entwickeln liegt mir sehr. Ich liebe den Umgang mit Farben, Formen, Kontraste und deren Wirkung. Ich finde es jedoch wichtig zu sagen, dass ich mich auf keinen Fall mit Modedesignern gleichstellen möchte. Ich beherrsche weder ihre Theorie noch ihr Handwerk. Ich bringe einfach nur eine ganz große Portion Authentizität und Leidenschaft mit. Diese Leidenschaft habe ich ein Stück weit meiner Mutter zu verdanken. Sie ist beruflich mit der Nähmaschine verheiratet und so hatte ich auch schon in jungen Jahren nie Berührungsängste mit dem Thema. Genäht wurde das, was wir brauchten und haben wollten.

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Wo hast Du vor Deiner Selbstständigkeit gearbeitet?
Ich habe nach meinem Studium mehrere Jahre in Kreativagenturen gearbeitet, hauptsächlich im digitalen Bereich. Zum Schluss meiner Angestelltenkarriere war ich Senior Designerin und habe ich mich dann vor 4 Jahren als Art Direktorin selbstständig gemacht. Das passte einfach besser zu mir und ich bereue es keine Sekunde lang.

Wie kam es zur Gründung von deinem Label Quatschköpfe?
Das war zu der Zeit, als ich mit unserem ersten Kind schwanger war. Ein wenig aus der Not heraus. Mir wurde recht schnell bewusst, dass mir der Markt wenig gab, was ich wollte. Viele Materialien missfielen mir. Zu viele, teilweise reine Acrylstoffe und Garne die dazu noch unfair hergestellt werden. Vieles von den selbstgenähten Sachen, fand ich auch schnell langweilig. Sie ähnelten sich irgendwie alle, in Mustern und Schnitten. So habe ich selber zur Nähmaschine gegriffen. Meine Leidenschaft zu Nutze gemacht. Mir hochwertige Stoffe gekauft und selber entschieden was mein Kleiner tragen soll. Damit fand ich schnell Zuspruch. Der Wunsch nach Bestellungen im Bekanntenkreis wurde größer. Also fing ich an, die Sachen verfügbar zu machen. Mein Label war geboren. Ich finde Kinder sollen Kinder sein. Frei, wild und unbeschwert groß werden. Am liebsten frech, unerzogen und gerne allesamt Quatschköpfe.

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Woher nimmst du deine Inspiration für neue Produkte/neue Kollektionen?
Ich entwickle das, was ich brauche und mir gefällt. Nicht das was der Markt braucht. Ich finde nur so kann ich authentisch sein. Mein Sohn und seine Freunde sind meine beste Inspirationsquelle. Die Funktion und Materialität steht bei mir an erster Stelle. Er braucht noch dringend eine Sommermütze, mal schauen ob es die nächstes Jahr dann in der Kollektion gibt.

Design, Fertigung, Verkauf – Machst du alles alleine oder hast du Unterstützung?
Ich mache alles alleine. Mein Label ist aber auch noch ganz schön klein. Solange das so ist, mache ich das aber auch gerne. So weiß ich, dass alles fair abläuft. Und ich liebe ja den Entwurf, ebenso wie das Handwerk. Mal schauen ob ich das so schnell abgeben möchte. Mein Mann knotet manchmal einen Bommel zu, er ist einfach stärker als ich. Mein Model ist mein Sohn. Aber das zählt ja wohl eher als Familienbetrieb.

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Worauf achtest du bei den verwendeten Materialien?
Darauf das sie gut für die Haut sind. Gerade für die Kleinen ist mir das sehr wichtig. Ich finde so einige Materialien haben auf Kinderhaut nichts zu suchen. Gerade mit stark behandelten Stoffen, die ausdünsten und auch mit Plastik habe ich ein großes Problem. Klar sind faire Bio Stoffe, die noch mit einem Siegel versehen sind kostspieliger. Ich muss sagen, dass ich jedoch die Qualität weitaus wichtiger finde als die Quantität. Die Bommel meiner Mützen sind aus 100% Baumwolle. Da darf jeder gerne drauf herum nuckeln. Dazu probiere ich viel aus. Schaue nach Farben. Meine Materialien sollen sich gut anfühlen und funktional sein. Eine Hose, die mein Kind im Sandkasten trägt möchte ich auch in der Maschine waschen können.

Wie wichtig ist dir, auch in Bezug auf dein Label, Nachhaltigkeit?
Total wichtig. Meine Latzhose zum Beispiel ist aus zu 65% recycelter Baumwolle. Das Recycling spart Ressourcen. Der Stoff wird nicht neu eingefärbt. Wasser und Chemikalien werden gespart, Reststoffe nicht verbrannt und somit die Umwelt geschont. Das hat mich echt überzeugt. Aber ich finde Nachhaltigkeit kann nicht immer erzwungen sein. Es muss zur Lebenseinstellung passen. Es fühlt sich einfach richtig an, hin und wieder, die Welt ein kleines Stückchen zu verbessern.

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Wo möchtest du in fünf Jahren mit deinem Label stehen?
Ich finde das schwer zu sagen. Klar freue ich mich, wenn mein Mini-Label ein wenig bekannter wird. Aber ehrlich gesagt finde ich es wichtiger, Familien mit meinen Sachen glücklich zu machen als ein Imperium zu erschaffen. Dafür bin ich wohl zu sehr kreativer Herzmensch anstatt Kaufmann. Ich möchte weiterhin authentisch sein und für kleine Quatschköpfe zauberhafte Produkte schaffen. Ja, das wäre toll. Da darf mein Label gerne klein und fein bleiben.

Das Sprichwort „Ich bin selbst und ständig“ sagt einiges aus. Ist es schwer für Dich, Beruf und Privatleben zu trennen?
Trennen? Als kreativer Mensch hat man doch nie Feierabend. Das muss man aber auch gar nicht. Ideen haben, Dinge entwickeln und erschaffen. Meine Kreativität gehört doch vollkommen zu meinem Leben dazu. Den Laptop kann man abends zuklappen, was der Kopf macht ist was anderes.

Wenn du in 20 Jahren auf deine heutige Arbeits- und Lebenssituation zurückblickt, welche Erinnerung bleibt für immer?
Meine Familie, meine Kinder. Ich genieße gerade die bisher schönste Zeit meines Lebens. Mein herzlicher Ehemann, mein wundervoller Sohn und mein kleines Wunder im Bauch. Meine Arbeit schwingt einfach so mit. Ich mache das, was mir Spaß macht und dafür bin ich jeden Tag sehr dankbar.

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Vielen Dank für das tolle Interview liebe Thereza!

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