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Hinter den Kulissen – noa&lou

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Wie kommt eine junge Frau und Mutter dazu, sich mit einem mittlerweile erfolgreichen kleinen Schuh-Label selbstständig zu machen? Wir wollten es wissen und haben Sophia von noa&lou mokassins ein paar Fragen gestellt…

Liebe Sophia, erzähl uns doch kurz wer du bist, woher du kommst und was du machst.
Ich bin Sophia, 25 Jahre alt und Mutter einer 2-jährigen Tochter. Wir wohnen in der Nähe von Hannover. Vor einem Jahr habe ich das Label noa&lou mokassins gegründet. Wir stellen Mokassins für Babys und Kleinkinder aus ökologisch und gesundheitlich unbedenklichem Leder her.

Wie kam es, dass du dein eigenes Kinder-Schuhlabel gegründet hast?
Ich habe eine große Leidenschaft für gute Kleidung für Kinder. Damit meine ich schlichte, bequeme Sachen aus guten Materialien. Nach der Geburt meiner Tochter vor zwei Jahren habe ich begonnen, mich mit dem Thema zu beschäftigen. Es schien, als gäbe es nirgendwo schlichte Kleidung für Babys ohne Motive oder Sprüche in grellen Farben. Ich wollte einfache Kleidungsstücke aus biologischen Materialien. Das gleiche galt für ihre ersten Krabbelschuhe. Ich habe nach schlichten, schwarzen Lederschuhen und nach rostbraunen, klassischen Mokassins aus Wildleder gesucht. So sind meine ersten Designs entstanden und nach ihnen habe ich dann auch mein Label benannt: noa und lou.

Dein Label gibt es also jetzt seit einem Jahr. Was war das absolute noa&lou Highlight in dieser Zeit?
Eines der Highlights war der Designmarkt Designachten hier in Hannover. Es gab einen Wettbewerb für Newcomer Labels, die einen Stand gewinnen konnten. Mit der unglaublichen Unterstützung von meiner Familie, meinen Freunden und so vielen lieben Kunden habe ich tatsächlich gewonnen.

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Welches war dein erstes selbst designtes Stück?
Mein erstes Paar Mokassins habe ich aus alten Ledermustern gemacht, die ich von einer älteren Frau geschenkt bekommen habe. Es hat super lange gedauert, bis das Schnittmuster gepasst hat aber ich werde nie den Moment vergessen, als ich meiner Tochter das erste Paar angezogen habe und sie damit in die Kita gegangen ist.

Wie organisierst du die Arbeit in deinem Label? Machst du alles alleine oder hast du Unterstützung?
Das meiste mache ich alleine. Seit neuestem habe ich aber eine Praktikantin, die sich um das Marketing in den sozialen Medien kümmert. Außerdem habe ich einen Steuerberater und eine Buchhalterin, die sich um die Zahlen kümmern und die Übersicht behalten. Das ist mir total wichtig. Meine Stricksachen, die es bald im Shop geben wird, werden von einer ganz begabten Strickerin hergestellt und für technische Dinge, die meinen Shop betreffen bekomme ich Hilfe von einer Grafikdesignerin.

Mein kleines Label ist sehr viel Arbeit. Das liegt auch daran, dass ich sehr auf die kleinen Details achte: bei den Schuhen, der Verpackung und beim Kundenkontakt. Aber das lohnt sich! Nichts ist schöner als zufriedene Kunden, die mir schreiben, wie begeistert sie von den Schuhen sind oder dass ihr Kind in den noa&lou mokassins Laufen gelernt hat. Und natürlich die Kunden, die zurückkommen und gleich die nächste Größe kaufen.

Warum sollen Kunden noa&lou Schuhe kaufen? Was unterscheidet die Schuhe von anderen?
Bei uns können die Schuhe personalisiert werden. Es gibt die Möglichkeit, den Namen oder die Initialen der Kinder auf die Sohle und hinten an die Ferse zu stanzen. Seit neuestem geht das sogar in Gold oder Schwarz. Zudem kann man bei uns Schuhe selber entwerfen! Design und Farben können ganz individuell kombiniert werden. Das macht jedes Paar zu etwas ganz Besonderem. Außerdem gibt es bei uns klassische schlichte Schuhe die trotzdem zu 100% kindgerecht sind. Neben der einzigartigen Qualität unseres Leders sind auch alle Modelle auf ihre Funktionalität getestet.

Mir ist besonders wichtig, mit ökologisch und fair gehandelten Materialien zu arbeiten. Das Leder, das ich für die Schuhe benutze, ist pflanzlich gegerbt, ohne Chrom oder andere giftige Rückstände. Außerdem kommt das Leder von einem kleinen Familienunternehmen aus Deutschland und auch alle Schuhe werden hier, in Hannover gefertigt. Alles Made in Germany.

Die modischen, schlichten Designs meiner Schuhe kombiniert mit der weichen Ledersohle und dem pflanzlich gegerbten Leder stehen für das, für was mein Label noa&lou mokassins und ich persönlich stehen: schlichte, bequeme Kinderkleidung aus guten Materialien.

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Was war die größte Herausforderung auf dem Weg in die Selbstständigkeit?
Die bürokratischen Aspekte waren schon eine Herausforderung. Ich musste früh, lange bevor mein Shop online gegangen ist, wichtige Entscheidungen zum Beispiel beim Thema Steuern treffen. Eine große Herausforderung war auch der Aufbau des Onlineshops. Ich habe aber zum Glück super Hilfe von meiner Grafikdesignerin Lena bekommen.

Und was ist der beste Aspekt der Selbstständigkeit?
Der beste Aspekt ist buchstäblich die ‘Selbstständigkeit’. Ich arbeite täglich viel mehr als 8 Stunden, dafür kann ich mir meine Zeit und Aufgaben selbst einteilen. Das genieße ich sehr, gerade weil meine Tochter noch so klein ist.

Welchen Tipp kannst du anderen, die sich selbstständig machen möchten geben?
Mut haben anzufangen, auch wenn es noch nicht perfekt ist. Mut haben, loszulassen und offen für Veränderung zu sein. Nicht jeder Weg, den man geht kann immer der richtige sein. Und am wichtigsten ist der Mut, wieder aufzustehen, wenn etwas nicht funktioniert hat und weiter zu machen, immer mit einem konkreten Ziel vor Augen.

Gibt es etwas, das dir im Familienalltag besonders wichtig ist?
Wenn meine Tochter nachmittags aus der Krippe kommt heißt das für mich: Handy und Computer aus! Wenn ich Zeit mit ihr verbringe, möchte ich das bewusst machen und ganz anwesend sein. Die Selbstständigkeit verführt einen dazu, gedanklich immer bei der Arbeit zu sein. Davor muss ich mich und sie schützen.

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Wenn du in 20 Jahren auf deine heutige Arbeits- und Lebenssituation zurückblickt, welche Erinnerungen bleiben für immer?
Die unglaubliche Unterstützung von meiner Familie und meinen Freunden. Die Abende, an denen meine Tochter nicht schlafen konnte und hoch in mein kleines Arbeitszimmer gekommen ist und mir beim Arbeiten zugeguckt hat. Die Erschöpfung, wenn ich mal wieder bis spät in die Nacht an der Nähmaschine saß. Aber vor allem das Gefühl, aus wenig viel zu machen.

Vielen lieben Dank für das tolle Interview und die Einblicke in dein noa&lou mokassins Leben!