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Hinter den Kulissen – MONKIND

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Eines der allerersten Labels auf ManyMiniThings war MONKIND Berlin. Und so liegt es nahe, dieses kleine und besondere Familienunternehmen in der ManyMiniThings-Reihe HINTER DEN KULISSEN als erstes ManyMiniThings-Label genauer unter die Lupe zu nehmen. Dafür haben wir ein Interview mit Valeria geführt, der Frau hinter den MONKIND Kulissen. In der ehemaligen Sowjetunion geboren, lebt und arbeitet sie mittlerweile mit ihrem Mann Stewart und ihren beiden Kindern in Berlin.

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Du bist Mutter von zwei Kindern, Ehefrau, studierte Modedesignerin, Wahlberlinerin, selbstständige Unternehmerin… Was würdest du ergänzend hinzufügen?
…Trageberaterin! Vor zwei Jahren habe ich eine Ausbildung dazu gemacht, und berate junge Eltern zum glücklichen Tragen von Babys.

Dein Studium in Berlin hast du mit Auszeichnung und Stipendium bestanden. Kannst du dich noch erinnern welches dein erstes selbst designtes Kleidungsstück war?
Das erste Projekt war ein Kleid aus Kartoffelsack *lach*, welches ich dann auch noch selber bei einer Modenschau getragen habe. Meine ersten Nähversuche liegen aber lange Zeit vor dem Studium. Damals habe ich meinen Freundinnen und mir Röcke aus Jersey genäht.

Woher nimmst du deine Inspiration für neue Kollektionen?
Die Inspirationen kommen meist durch das Erlebte – Urlaub mit den Kindern finde ich besonders inspirierend, Jahreszeiten, Geschichten… Dann überlege ich mir ein Thema und gestalte ein Moodboard mit Fotos und Farben dazu.

Woher kommt der Name für dein Label?
Er kam damals recht schnell, zusammen mit dem Logo, und stammt von dem englischen Wort ‚mankind‘ – die Menschheit ab.

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Warum sollen Kunden Mode von MONKIND kaufen? Was macht deine Mode aus?
Bei uns geht es in erster Linie um schöne einzigartige Designs, hohe Stoffqualität und durchdachte Schnitte. Unsere Sachen sind durch unaufdringliche Farben sehr gut kombinierbar und passen zum Alltag des Kindes. Selbstverständlich haben die Produkte Bio Qualität und wir legen großes Gewicht auf nachhaltige Arbeitsweise Im Vordergrund steht aber immer das Design.

Ihr nennt MONKIND ein Familiengeschäft. Wie sieht die Rollenverteilung aus?
Mein Mann Stewart ist für Marketing, Kundenbetreuung, Kommunikation, Kalkulationen, Planung und alles Bürokratische verantwortlich. So kann ich mich auf das Design, neue Ideen und Schnittführung konzentrieren. Unsere Kinder helfen uns und tragen die Sachen zur Probe oder machen die Fittings mit. Sie sind auch immer bei den Lookbook Fotoshootings dabei.

MONKIND ist dein zweites eigenes Modelabel. Was war die größte Herausforderung auf dem Weg in die Selbstständigkeit?
Wir müssen uns eigentlich ständig neues Wissen aneignen, denn weder ich noch Stewart haben zuvor für jemanden in der Modebranche gearbeitet. Das heißt, wir müssen immer selbst rausfinden wie alles funktioniert. Die größte Herausforderung ist es, eine gut funktionierende und zuverlässige Kette von Stoffhändlern, Produzenten und Logistik aufzubauen. Denn leider wird man immer wieder enttäuscht und muss neue Wege suchen, auch wenn man dafür eigentlich gar keine Zeit hat.

Wie stellst du dir die Zukunft für MONKIND vor?
Ich wünsche mir, dass ich die Kollektionen viel umfangreicher gestalten kann, mit vielen Teilen zum Kombinieren. Vielleicht auch noch eine kleine Interior-Linie und eine kleine Monkind-Woman Kollektion.

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Welchen Rat würdest Du jemandem geben, der sich selbstständig machen möchte?
Es lohnt sich professionelle Hilfe beim Schreiben des Businessplans zu holen. Auch ein guter Steuerberater ist Gold wert. Zudem ist es unheimlich wichtig die Social Media Profile von Anfang an als ein Portfolio aufzustellen, denn es gibt kein einfacheres Medium um das Vorhaben und die Produkte zu vermarkten.

Arbeit, Familie, Alltag –  wie sieht ein typischer Wochentag bei euch aus?
Wir werden um etwa 7.30 von unserem Sohn geweckt, er hat morgens immer einen riiiiiesen Hunger. Nach dem Frühstück bringt einer von uns die Kinder mit dem Fahrrad in den Kinderladen. Danach treffen wir uns im Studio und besprechen die Aufgaben, die wir an dem Tag oder in der Woche erledigen müssen. Zwischen 15.00 und 16.00 Uhr holt einer von uns die Kinder wieder ab. Wir versuchen immer uns mit dem Abholen abzuwechseln und es klappt immer besser. Meistens schaffen wir es auch gemeinsam zu Abend zu essen. Wenn die Kinder schlafen, arbeiten wir noch etwas. Es fühlt sich aber meistens wirklich nicht nach Arbeit an und das ist das Schöne daran.

Was ist dir im Familienalltag besonders wichtig?
Alles gemeinsam zu entscheiden! Wir haben keine typische Rollenverteilung und die Kinder sind es gewohnt, dass wir uns alle Aufgaben im Alltag teilen. Sie sind auch immer bei allem dabei, sogar bei unseren Auslandsdienstreisen. Die Auszeiten um meine eigenen Sachen zu machen die mal nichts mit der Arbeit oder der Kindererziehung zu tun haben, finde ich auch sehr bereichernd für den Alltag. Auch wenn es leider nicht immer klappt ins Kino zu gehen lohnt es sich dennoch sich darum zu bemühen!

Was war der letzte Konflikt?
Konflikte? Was ist das? Nein natürlich streiten wir uns auch, besonders, weil wir auch zusammen arbeiten, wohnen, Kinder erziehen… Aber zum Glück kann ich mich gerade nicht an den letzten Streit erinnern.

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Wie verbringt ihr eure Familienzeit?
Wenn das Wetter gut ist sind wir mit unseren Hund Yogi in der Natur, im Wald oder am See. Wenn das Wetter nicht mitspielt, mögen wir es auch gern gemütlich auf dem Sofa unter einer Decke mit Filmen und Geschichten.

Wenn du in 20 Jahren auf Deine heutige Arbeits- und Lebenssituation zurückblickst, welche Erinnerung bleibt für immer?
Die Freiheit selbst zu entscheiden, wie mein Arbeits- und Familienleben aussieht! Jeden Tag aufs Neue. Das Glück zu haben, mit ganz tollen und talentierten Menschen zusammen zu arbeiten! Und ich hoffe, dass das auch noch in 20 Jahren so sein wird!

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Vielen Dank für das Interview liebe Valeria!

 

Fotos: Jules Villbrandt   http://www.herzundblut.com/

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