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Hinter den Kulissen – fine & josef

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Josephine ist Mutter zweier Kinder und die Gründerin und Macherin des kleinen Kindermode Labels fine & josef. Gerade mal ein Jahr alt, ist das Label bereits überaus erfolgreich. Und das ist durchaus verständlich, denn das ganz Besondere an den fine & josef Produkten sind die wunderschönen Motive und Muster, die in Handarbeit gedruckt werden. In einem ManyMiniThings ‚Hinter den Kulissen‘ Interview hat Josephine ein paar Details und Hintergründe über ihr Leben und ihr Label erzählt…

hdkfinejosef2 Wusstest du schon immer, dass du in der Modebranche arbeiten willst? Nein. Und auch mein bisheriger beruflicher Werdegang hat darauf nicht gezielt hingearbeitet. Aber es gab in meinem Leben schon immer eine große Affinität zu Design und Mode. Und im Nachhinein sehe ich es als stetig wachsende persönliche Entwicklung und eine Art „Berufung“, dass fine & josef entstanden ist. Welches war dein erstes selbst designtes Kleidungsstück? Das war vor ca. 6 Jahren eine Mütze für meinen Sohn Hugo. Zusammen mit einer Freundin wollte ich unbedingt nähen lernen, das hat leider nicht so wirklich geklappt… Aber der Stoff war schon damals handbedruckt. hdkfinejosef1 Wie kam es zur Gründung von fine & josef? Ich war als frisch gebackenen Mama lange Zeit etwas unzufrieden mit dem deutschen Angebot an schöner, natürlicher Kindermode. Entsprach Sie meinen Qualitätsansprüchen, fiel Sie meist durch mein Farbraster. Oder gefiel sie mir vom Design, war Sie für Babys- und Kleinkinder meist unpraktisch oder nur im Ausland zu erwerben und mit hohen Kosten verbunden. So entstand dann die Idee, meine Vorstellungen selber umzusetzen. Design, Fertigung, Verkauf – machst du alles alleine oder hast du Unterstützung bei fine & josef? Alleine wäre das mittlerweile nicht mehr zu schaffen. Außerdem muss ich immer wieder betonen, dass ich zwar der kreative Kopf hinter dem Label bin, ich habe aber wunderbare Unterstützung in der Fertigung und bei der Erstellung unserer Schnittmuster. Denn – und jetzt verrate ich ein kleines Geheimnis – nähen kann ich nicht besonders gut. Dafür bin ich viel zu ungeduldig. Warum sollen Kunden Mode von fine & josef kaufen? Was macht Deine Mode aus? Ich freue mich immer wieder, dass unsere Kunden uns das Feedback geben, dass Sie unsere hohen Qualitätsstandards sehr schätzten. Dazu zählen in erster Linie unsere besonderen ungebleichten Stoffe und die handwerkliche Verarbeitung. Zu etwas Besonderem werden unsere Kleidungsstücke natürlich durch die einzigartigen Muster und Motive, die wir in Handarbeit drucken. Insgesamt legen wir vor allem einen hohen Stellenwert auf Nachhaltigkeit. So werden unsere Stoffe in Deutschland gefertigt, durchlaufen keine chemischen Prozesse und können über mehrere Generationen hinweg getragen werden. hdkfinejosef4 Was war die größte Herausforderung auf dem Weg in die Selbstständigkeit? Der selbstauferlegte Druck, alles gut und richtig zu machen, ohne genau zu wissen wo die Reise eigentlich hin geht war gerade in den Anfängen ziemlich hoch. Als dann auch noch die Resonanz auf diese „unbekannte deutsche Marke mit den selbstgemachten Sachen“ so positiv war, musste ich erstmal wieder einen Schritt zurückgehen. Ich musste lernen zu fokussieren, was für mich und die Marke am Wichtigsten ist. Und das war gerade am Anfang nicht immer einfach. Und was ist der beste Aspekt der Selbstständigkeit? Jeden Tag etwas dazu zu lernen, Dinge ausprobieren zu können und manchmal über sich hinauszuwachsen – das alles bringt meine Selbständigkeit mit sich. Das mag ich sehr! Was kannst du anderen, die sich selbstständig machen möchten für einen Tipp geben? Der Austausch mit anderen Unternehmern ist für mich sehr wichtig. Ich besuche regelmäßig Workshops und Netzwerktreffen, um von Anderen zu lernen und Erfahrungen weiterzugeben. Gerade wir Frauen können wunderbar voneinander profitieren, wenn wir uns zusammentun und unsere Kenntnisse miteinander teilen. hdkfinejosef5 Was wünschst du dir für die Zukunft von fine & josef? Das irgendwann auch meine Enkel noch in unseren „fine & josef Klassikern“ die Welt erkunden und wir das Thema Nachhaltigkeit in der Mode ein klitzekleines bisschen mitgestalten dürfen. Mutter, Ehefrau, erfolgreiche Geschäftsfrau, Angestellte… – wie schaffst du es, all diesen Rollen gerecht zu werden? Schaffe ich nicht. In jeder Woche gibt es eine Rolle, die den Kürzeren zieht. Vor einiger Zeit fand ich das auch sehr belastend und habe mich selbst unter Druck gesetzt. Aber mittlerweile akzeptiere ich die „geteilte“ Josephine ganz gut. Ich habe gelernt, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und an den Stellen meine Kraft einzusetzen, an denen sie gerade gebraucht wird. Und wie sieht ein typischer Wochentag mit Arbeit, Familie und Alltag bei euch aus? Ich glaube wie in vielen anderen Familie auch – morgens wird der Tag mit einem gemeinsamen Frühstück begonnen. Dann machen sich alle auf den Weg in Grippe, Kindergarten und an den Arbeitsplatz und ab 15.00 Uhr gehört dann mein Nachmittag den Kindern. Mit Allem was dazu gehört: Fußballtraining, Reiten und Spielplatzverabredungen. Am Abend treffen sich dann alle wieder um unseren großen Tisch zum Abendessen. hdkfinejosef8 hdkfinejosef6 Wie verbringt ihr eure Familienzeit? Wir sind sehr gerne draußen. Seit kurzem haben wir uns den Traum vom Häuschen in der Stadt verwirklicht und sind gerade dabei, unser persönliches urbanes Paradies zu schaffen. Das nächste Bauprojekt heißt: Baumhaus im alten Apfelbaum! Was ist dir im Familienalltag besonders wichtig? Unsere gemeinsamen Mahlzeiten. Mein Mann ist beruflich auch viel eingespannt und die Kinder verbringen viel Zeit in der Betreuung. Aber beim gemeinsamen Essen, gerne auch noch mit viel Besuch, ist Zeit für den Austausch und ganz viel Lachen. Wenn du in 20 Jahren auf deine heutige Arbeits- und Lebenssituation zurückblickt, welche Erinnerung bleibt für immer? Das Gefühl angekommen zu sein. Mit Mitte Zwanzig hatte ich das noch nicht. Da war ich rastlos, hatte viele Ideen und Pläne. Da hätte ich mir nicht vorstellen können in einer mittelgroßen Stadt, in einem Haus mit Gemüsegarten zu leben und Mode für Kinder zu machen. Aber gerade jetzt bereitet mir genau das ein sehr wohliges Gefühl im Bauch! hdkfinejosef7 Vielen lieben Dank für das tolle Interview!

2 Kommentare

  1. Susan Dortants sagt

    Gaaaanz happy war ich am Muttertag, als meine beiden Kinder mich gedrückt und „Ich hab dich lieb“ gesagt haben. Und mein Mann mir eine Topfrose und einige Stunden Entspannung mit einer Freundin geschenkt hat. :-)

  2. Birgit sagt

    Jetzt gerade bin ich happy. Mein Mann geht gleich mit den Kindern auf den Spielplatz und ich darf nochmal ins Bett. Luxus!

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