Living, Mag
Schreibe einen Kommentar

Hinter den Kulissen – ekomia

hdkekomia1

Das kleine Label ekomia stellt tolle Kindermöbel her. Dabei ist Jekaterina und Rolf neben einem schönen Design und der Bezahlbarkeit, vor allem eine nachhaltige Produktion wichtig. Wir haben den beiden Möbelmachern ein paar Fragen gestellt und hinter die Kulissen von ekomia geschaut…

Erzählt uns doch kurz wer ihr seid, woher ihr kommt und was ihr macht.
Wir sind Jekaterina und Rolf, ein Paar aus Berlin, wir haben zwei Söhne und eine Katze. Vor 2 Jahren haben wir unser Label ekomia für ökologische Design-Möbel gegründet. Wir designen unsere Möbel selbst und lassen diese in kleinen Serien in einer Familienmanufaktur in Polen anfertigen. Unsere Möbel sind aus FSC-Holz und mit Bio-Farben behandelt.

Euer Label ekomia ist aus einem persönlichen Bedürfnis heraus entstanden. Was genau hat euch dazu gebracht, euer eigenes Label zu gründen?
Wir suchten nach schönen Möbeln, die wir mit gutem Gewissen kaufen konnten und die auch mal einen Umzug überstehen. Wir fanden entweder hochpreisige Designmöbel oder Ökomöbel, die nicht stilvoll genug waren. Nach Gesprächen mit Freuden wurde klar, dass es vielen so geht. Das gab uns den Impuls, auf eigene Faust Möbel zu entwickeln und herzustellen. Die Produkte sollten von Kopf bis Fuß nachhaltig werden, ohne „ökiges“ Aussehen oder ein 4-stelliges Preisschild.hdkekomia6

Was habt ihr vor eurer Selbstständigkeit gemacht?
Wir haben in einer Festanstellung als Projekt Managerin und UX Designer und als Freelancer gearbeitet.

ekomia gibt es seit 2013. Was war euer absolutes ekomia Highlight?
Wir haben uns gefreut, dass viele Blogger und Journalisten auf uns aufmerksam wurden und uns kontaktierten. Es hat nicht lange gedauert, bis die ersten Kunden kamen. Das war eine große Bestätigung.

Welche Produktionsschritte sind nötig, bis eure Möbel verkauft werden können?
Bei unserer Produktion wird Rohholz zu Platten und dann weiter zu Möbeln verarbeitet. Das Holz wird dann geschnitten, gehobelt und zu Platten verleimt.  Moderne Maschinen und Sicherheitsvorkehrungen sorgen für einen reibungslosen Ablauf und ein optimales Ergebnis.
Geleimte und geschnittene Platten oder Kanthölzer werden seidig glattgeschliffen. Ein computergesteuerte Bohr-, Säge- und Fräsmaschine übernimmt die Arbeiten, bei denen es auf Präzision ankommt. Die fertigen Platten und Balken werden gewachst oder geölt. Bei uns natürlich alles ökologisch und lösemittelfrei.
Im Fertigungsprozess gibt es mehrere Qualitätskontrollen. So werden z.B. lockere Aststellen ausgebessert und das Holz auf Splitter kontrolliert.
Zum Schluss werden die Möbel flach für den Transport verpackt – bei uns ausschließlich mit recycelter Pappe und Papier.

hdkekomia2

Wie wichtig ist euch Nachhaltigkeit, auch in Bezug auf euer Label?
Wir haben von Anfang an versucht, unsere Produkte von der Herstellung bis zur Nutzung und darüber hinaus ökologisch zu gestalten und das so transparent wie möglich darzulegen. Es wird ausschließlich zertifiziertes Holz aus dem polnischen Pommern verarbeitet, das dort aus nachhaltiger Forstwirtschaft gewonnen wird. Die ekomia Wachse und Öle sind zu 100% aus natürlichen Rohstoffen und lösemittelfrei. Es wird stabiles Massivholz eingesetzt, das haltbarer und gesünder ist als Sperrholzplatten mit hohem Leimanteil. Die in der Möbelindustrie Standard gemäß eingesetzten Styroporverpackungen wurde komplett durch recycelbare Pappe und Papier ersetzt. Der Direktvertrieb aus der grenznahen polnischen Manufaktur und effiziente Verpackung der Möbel tragen zu guten CO2-Werten beim Transport bei. Nicht vermeidbarer CO2-Ausstoß wird über Investitionen in Klimaprojekte von Atmosfair kompensiert.

Was war die größte Herausforderung auf dem Weg in die Selbstständigkeit?
Die größte Herausforderung war, zu zweit etwas aus dem Boden zu stemmen, ohne Startkapital und ohne Team. Das Ganze hat mit Planänderungen fast 3 Jahre gedauert. Diese lange Zeit in den Vorbereitungen auszuhalten, da kommen schon Zweifel auf, ob es alles überhaupt Sinn macht. Sich selbst zu motivieren, wenn man kein Team hat, war auch sehr anstrengend.

Und was ist der beste Aspekt der Selbstständigkeit?
Selbstbestimmung.

hdkekomia5

Welchen Tipp könnt ihr anderen, die sich selbstständig machen möchten geben?Seit mutig, sprecht mit Menschen, die erfolgreiche Gründererfahrungen haben, was sie von euren Ideen halten. Umgebt euch mit einem motivierenden Umfeld. Sich selbst auf letzten 5 Metern zu motivieren kann richtig schwer sein. Haltet durch, es lohnt sich :-).

Wo möchtet ihr in fünf Jahren mit eurem Label stehen?
Wir möchten ein paar schlaue Möbel mehr konzipieren und vielleicht noch weitere Produkte, die Menschen helfen. DIY – Projekte stehen weiterhin im Fokus.

hdkekomia3

Vielen lieben Dank für das tolle Interview!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>